Fortbildung Implantologie

Spezialisierung All-on-6-Konzept und All-on-8-Konzept

Festsitzender Zahnersatz für zahnlose Patienten

Millionen Zahnlücken sind nicht optimal versorgt

Eine immer älter werdende Bevölkerung in Deutschland zeigt sich auch in einer zunehmenden Zahl an zahnlosen Menschen; so sind ca. 25% der 64-75-jährigen zahnlos. Zahnärzte ziehen jährlich Zähne im zweistelligen Millionenbereich, wovon geschätzt sicherlich mindestens ein Drittel der entstandenen Zahnlücken mit Implantaten optimal versorgt werden könnten.

Denn unumstritten gilt, dass in den meisten Fällen von Zahnverlust nur mit Implantaten eine zufriedenstellende funktionelle und ästhetische Rehabilitation möglich ist. Patienten mit zahnlosem Kiefer werden aber meist konventionell mit Totalprothesen versorgt, welche die Lebensqualität in vielfacher Hinsicht erheblich einschränken.

Steigerung der Lebensqualität mit nachhaltigen Implantat-Konzepten

Nachhaltige Versorgungsmöglichkeiten mit langfristig stabilen, knochenerhaltenden Implantat-Konzepten sind damit die adäquate Antwort auf den zunehmenden Patientenwunsch nach mehr Lebensqualität.

Aufgrund differierender anatomischer Gegebenheiten von Ober –und Unterkiefer sowie unterschiedlicher Indikationen für festsitzenden oder herausnehmbaren Zahnersatz, kommen unterschiedliche Implantationskonzepte zum Einsatz.

 

All-on-6 – Konzept für den zahnlosen Unterkiefer

Für eine nachhaltige funktionelle Versorgung des zahnlosen Unterkiefers mit Zahnimplantaten gilt folgende Regelversorgung:

  • 6 Implantate für festsitzenden Zahnersatz
  • 4 Implantate für herausnehmbaren Zahnersatz

Wissenschaftliche Studien belegen hohe Überlebensraten von 4-6 Implantaten im Unterkiefer.

 

All-on-8 –Konzept für den zahnlosen Oberkiefer

Für eine nachhaltige funktionelle Versorgung des zahnlosen Oberkiefers mit Zahnimplantaten gilt folgende Regelversorgung:

  • 8 Implantate für festsitzenden Zahnersatz
  • 6 Implantate für herausnehmbaren Zahnersatz

Wissenschaftliche Studien belegen hohe Überlebensraten von 8 Implantaten mit festsitzenden Suprakonstruktionen im Oberkiefer.

Implantatplanung mit Nervdarstellung im Unterkiefer mit 6 Implantaten für festsitzenden Zahnersatz.


Mehr Zahnimplantate mit exakter Planung für mehr Sicherheit

Ein anspruchsvoller Therapieansatz bei der Implantation bedeutet, möglichst die natürliche Dentition, individuell für den jeweiligen Patienten, anzustreben. Im Mittelpunkt stehen sowohl die funktionelle als auch die ästhetische Rehabilitation. Der Einsatz von mehr Zahnimplantaten gewährleistet dabei einerseits größtmögliche Sicherheit und Funktionalität, andererseits eine ästhetische Versorgung mit Implantat-Prothetik aus Vollkeramik.

Voraussetzungen für das Erreichen dieses Therapieziels:

  • Eine ausreichende und angemessene Planung und Diagnostik durch Chirurg, Prothetiker und Zahntechniker
  • Umfangreiche chirurgische Erfahrung des Operateurs
  • Umfangreiche Erfahrung des Prothetikers
  • Perfekte Abstimmung und Teamarbeit zwischen Chirurg, Prothetiker und Zahntechniker                

 

Umsetzung mit computergestützter Implantat-Planung

Entscheidend für den Behandlungserfolg ist eine korrekte Implantatposition. Um Fehlpositionierungen von Zahnimplantaten zu vermeiden, gilt daher als Voraussetzung für die Umsetzung von all-on-6 und all-on-8 folgendes Procedere:

1. Backward-Planning - Planung vom angestrebten Therapieziel aus, einer funktionalen und ästhetischen Prothetik.
Die gewonnenen Informationen über die ideale Zahnstellung ermöglichen in Kombination mit einer computergestützten Implantatplanung durch Navigationssysteme und mit Hilfe von 3D-Bohrschablonen, die Ermittlung der idealen Implantatposition.

2. Computergestützte Implantatplanung mittels 3D-Diagnostik.

3. Bohrschablonengeführte Implantation.

4. Einsatz der festsitzenden Implantat-Prothetik nach Einheilzeit.   

 

Eine Spezialisierung auf all-on-6 und all-on-8-Konzepte unter Einhalten dieser Vorgehensweise,  in Verbindung mit einer detaillierten Dokumentation, wird auch aus forensischen Gründen immer größere Bedeutung erlangen. Denn Patienten können erwarten, dass eine zahnärztliche Behandlung „lege artis“ erfolgt, auf dem Stand der neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse und Entwicklungen. Sie werden zukünftig in Fällen von Fehlbehandlungen bzw. Fehlpositionierungen von Zahnimplantaten zunehmend Rechtsbeistand suchen und bei fehlendem Nachweis professionellen Vorgehens auch vor Gericht Recht bekommen.